Arabisch gehört zu den faszinierendsten und zugleich anspruchsvollsten Sprachen der Welt. Millionen Menschen möchten Arabisch lernen – aus beruflichen Gründen, wegen Reisen, aus kulturellem Interesse oder weil sie Zugang zu einer der ältesten Schrifttraditionen der Menschheit erhalten möchten. Gleichzeitig stehen Lernende vor einer großen Frage: Welche App zum Arabischlernen eignet sich am besten für den eigenen Lernstil?
Die Auswahl ist inzwischen riesig. Es gibt klassische Vokabeltrainer, immersive Lernprogramme, Apps mit muttersprachlichen Lehrkräften sowie KI-basierte Lösungen. Doch nicht jede App vermittelt die sprachlichen Grundlagen gleich gut. Besonders Anfänger müssen verstehen, wie das arabische Alphabet funktioniert, welche Rolle die Harakat spielen, wie Laute gebildet werden und warum das moderne Hocharabisch sich deutlich von regionalen Dialekten unterscheidet.
Dieser Artikel gibt einen klaren Überblick über die Struktur der arabischen Sprache, die größten Herausforderungen beim Einstieg und eine ausführliche Analyse der besten Apps zum Arabischlernen. So findest du heraus, welche Lernmethode zu dir passt – und mit welcher App du langfristig Erfolg haben kannst.
Warum Arabisch eine besondere Sprache ist
Bevor man eine App zum Arabischlernen auswählt, lohnt es sich, einige grundlegende Merkmale der Sprache zu kennen. Viele Lernende stellen bereits nach wenigen Tagen fest, dass Arabisch ein völlig anderes Sprachsystem besitzt als europäische Sprachen. Dieses Wissen hilft dabei, realistische Erwartungen zu setzen und eine passende Lernstrategie zu wählen.
Das arabische Alphabet besteht aus 28 Buchstaben, die – anders als im Deutschen – miteinander verbunden werden. Die Form der Buchstaben verändert sich je nach Position im Wort. Die Schrift wird von rechts nach links geschrieben und enthält im Normalfall keine ausgeschriebenen Vokale. Stattdessen werden kurze Vokale durch kleine Zeichen über oder unter den Konsonanten markiert. In modernen Texten werden diese jedoch meist weggelassen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vielfalt an Dialekten. Viele Lernende starten mit dem modernen Hocharabisch (Fusha), da es die Grundlage für Medien, Literatur und internationale Kommunikation bildet. Für den Alltag in arabischen Ländern wiederum sind Dialekte wie Ägyptisch, Levantinisch oder Marokkanisch verbreiteter. Eine App zum Arabischlernen sollte daher klar sichtbar machen, welchen Sprachstil sie vermittelt.
Auch die Lautbildung ist einzigartig. Arabisch umfasst Laute, die tief im Rachen oder weit vorne an den Lippen gebildet werden. Die phonetische Stabilität über Jahrhunderte hinweg macht die Sprache historisch besonders faszinierend.
Mit diesem Hintergrundwissen fällt es deutlich leichter zu beurteilen, ob eine App die wichtigsten Elemente der Sprache abdeckt oder ob sie sich nur auf oberflächliches Vokabellernen beschränkt.
Ist Arabisch schwer zu lernen? Ein realistischer Blick
Viele Lernende fragen sich: Ist Arabisch eine der schwierigsten Sprachen der Welt?
Das hängt stark von der eigenen Muttersprache ab. Für Sprecher germanischer, romanischer oder slawischer Sprachen ist Arabisch herausfordernd, weil sie ein völlig neues Schrift- und Lautsystem lernen müssen.
Schwierigkeiten entstehen vor allem durch:
- die ungewohnte Schrift
- die fehlenden ausgeschriebenen Vokale
- die große Vielfalt an Dialekten
- die komplexe Verbkonjugation
- die von Grund auf andere Satzstruktur
Trotzdem ist Arabisch nicht unlernbar. Wer regelmäßig übt und eine App zum Arabischlernen wählt, die Grammatik, Hörverständnis und aktive Sprachproduktion sinnvoll kombiniert, kann schnell Fortschritte machen. Besonders wichtig ist eine klare Lernstruktur: tägliche Wiederholungen, Übungen zum Alphabet, intensives Hörtraining und frühes Sprechen.
Viele Apps zeigen dabei, wie unterschiedlich Lernmethoden wirken. Einige legen Wert auf spielerisches Vokabellernen, andere auf immersive Methoden oder persönlichen Unterricht mit Muttersprachlern. Entscheidend ist, dass Lernende nicht nur Wörter auswendig lernen, sondern verstehen, wie Wörter im Satz funktionieren und wie die Sprache aufgebaut ist.

Wie man am besten mit dem Arabischlernen beginnt
Bevor eine App zum Arabischlernen richtig wirken kann, sollte man sich einige grundlegende Kenntnisse aneignen – besonders wenn man bei Null anfängt.
Wichtige Elemente für den Einstieg sind:
- Alphabet und Schriftformen – erst wenn man die Buchstaben sicher lesen kann, wird jede App leichter verständlich.
- Harakat – das Verständnis der kurzen Vokale hilft beim Lesen und Aussprechen.
- Grundlagen der Phonetik – viele Laute existieren im Deutschen nicht.
- Nomensystem – besonders die Fälle und die Bildung des “gebrochenen Plurals” sind entscheidend.
- Verbkonjugation – sie bildet das Herzstück der arabischen Satzlogik.
Eine gute App zum Arabischlernen berücksichtigt diese Bereiche. Viele Apps tun es jedoch nicht und konzentrieren sich lediglich auf Vokabelkarten. Ab dem Mittelstufen-Niveau ist das hilfreich, doch Anfänger brauchen eine systematische Heranführung.
Im Folgenden stellen wir die bekanntesten Apps vor und erklären, welche Lernziele sie sinnvoll unterstützen.

Die beste App zum Arabischlernen: ausführlicher Vergleich
Mondly – ideal für schnelles und praktisches Vokabellernen
Mondly gehört zu den bekanntesten Sprachlern-Apps und überzeugt vor allem durch seine benutzerfreundliche Oberfläche. Die Arabischkurse sind klar strukturiert und in kurze Lektionen eingeteilt, sodass Lernende jeden Tag kleine Einheiten absolvieren können, ohne überfordert zu sein.
Besonders nützlich ist der umfangreiche Vokabeltrainer, der Tausende Wörter und Phrasen aus realen Alltagssituationen abdeckt – darunter Themen wie Familie, Begrüßungen, Restaurantbesuche, Reisen, Berufe oder medizinische Grundlagen. Dank der Kombination aus Bildern, Audioaufnahmen und praktischen Beispielsätzen prägt sich das Vokabular schnell ein.
Ein weiterer Vorteil ist die eingebaute Spracherkennungstechnologie, die Lernenden hilft, arabische Laute korrekt auszusprechen – ein wichtiges Feature, da Arabisch viele Laute besitzt, die im Deutschen nicht vorkommen. Mondly zeigt zudem typische Satzstrukturen an, wodurch man Dialoge bereits in frühen Lernphasen verstehen kann.
Die App hat jedoch Grenzen:
- Grammatik wird kaum erklärt.
- Viele Übungen basieren stark auf Wiederholung.
- Fortgeschrittene Lernende erhalten wenig Tiefgang.
Trotzdem ist Mondly eine hervorragende Ergänzung für Anfänger, die ihre Hör- und Lesefähigkeiten schnell verbessern möchten.

Rosetta Stone – immersives Lernen wie ein Kind
Rosetta Stone setzt auf eine einzigartige, vollständig immersive Lernmethode. Nutzer erhalten keine Übersetzungen, stattdessen lernen sie durch Bilder, Audio, Wiederholungen und logische Zuordnung. Auf diese Weise entsteht eine natürliche Verbindung zwischen Wort, Klang und Bedeutung – ähnlich wie beim Mutterspracherwerb eines Kindes.
Im Arabischkurs liegt ein starker Fokus auf Aussprache und Hörverständnis, da alle Inhalte ausschließlich von Muttersprachlern eingesprochen werden. Das hilft besonders bei schwierigeren arabischen Lauten. Rosetta Stone bietet zudem spezielle Ausspracheübungen, bei denen die Stimme analysiert und mit der korrekten Aussprache verglichen wird.
Allerdings hat die Methode Nachteile:
- Es gibt kaum Erklärungen zu Grammatik oder Satzbau.
- Lernende müssen Bedeutungen oft selbst ableiten.
- Die monatlichen Kosten sind höher als bei vielen anderen Apps.
Für visuelle Lerntypen und für diejenigen, die Sprache intuitiv aufnehmen möchten, ist Rosetta Stone jedoch äußerst effektiv und motivierend.

Preply – die effektivste Lösung für persönlichen Live-Unterricht
Preply ist keine klassische Lern-App, sondern eine Plattform, die Lernende mit professionellen Arabischlehrern auf der ganzen Welt verbindet. Der Unterricht findet in Echtzeit statt – über Videochat – und wird vollständig an die Bedürfnisse des Lernenden angepasst.
Vorteile von Preply:
- Man kann zwischen Hocharabisch (MSA) und Dialekten wie Ägyptisch, Levantinisch oder Golf-Arabisch wählen.
- Jede Unterrichtseinheit wird individuell gestaltet: Grammatik, Konversation, Lesen, Schreiben oder Prüfungsvorbereitung.
- Direkte Interaktion fördert Aussprache, Selbstvertrauen und flüssiges Sprechen deutlich stärker als jede App.
Die Qualität hängt natürlich vom gewählten Lehrer ab, doch man kann Bewertungen lesen, Teststunden buchen und zwischen hunderten Profilen wählen.
Für Menschen, die schnell sprechen lernen wollen, ist Preply eine der effektivsten Lösungen überhaupt.

Glossika – natürlicher Spracherwerb durch Satzmuster
Glossika ist eine App, die auf dem Prinzip der Mustererkennung basiert. Anstatt Einzelvokabeln zu lernen, hören und wiederholen Lernende Tausende vollständige Sätze in natürlicher Geschwindigkeit. Diese Technik stärkt das Hörverständnis und hilft, grammatische Strukturen automatisch zu verinnerlichen.
Der Arabischkurs besteht aus breit gefächerten Sätzen zu realen Alltagsthemen, die durch regelmäßige Wiederholung (“Spaced Repetition”) im Langzeitgedächtnis verankert werden. Glossika eignet sich besonders gut für Lernende, die bereits die Grundlagen beherrschen und flüssigere Sprache anstreben.
Vorteile:
- Sehr effektives Training für Hörverständnis.
- Fördert intuitives Sprachgefühl.
- Ideal zur Ergänzung anderer Lernmethoden.
Nachteile:
- Keine Grammatiktheorie oder Erklärungen.
- Preislich im oberen Segment.
- Für absolute Anfänger weniger geeignet.

Duolingo – spielerischer Einstieg für komplette Anfänger
Duolingo ist weltweit bekannt für seinen spielerischen Ansatz: Nutzer sammeln Punkte, schließen Levels ab und erhalten tägliche Motivationsanreize. Der Arabischkurs vermittelt Grundlagen wie Alphabet, einfache Wörter und sehr kurze Sätze.
Das spielerische Format macht es leicht, eine tägliche Lerngewohnheit aufzubauen. Die Basisversion ist kostenlos, was Duolingo besonders attraktiv für Einsteiger macht.
Allerdings hat der Arabischkurs Schwächen:
- Viele Sätze sind kontextlos.
- Grammatik wird nur minimal erklärt.
- Der Umfang ist begrenzt.
Duolingo eignet sich gut als Ergänzung oder als Einstieg, ersetzt aber kein vollständiges Lernsystem.

italki – persönlicher Unterricht mit besonderem kulturellem Einblick
italki ist Preply sehr ähnlich, bietet jedoch eine noch größere Auswahl an Lehrern. Viele Lehrer haben professionelle Zertifikate, und Lernende können ihre Unterrichtsziele frei auswählen: Aussprachetraining, arabisches Alphabet, Dialekte, Grammatik, Business-Arabisch oder Prüfungsvorbereitung.
Ein großer Vorteil von italki ist die Vielfalt an kulturellen Perspektiven. Lernende erfahren viel über Traditionen, regionale Unterschiede zwischen Dialekten, Alltagskommunikation oder Redewendungen – etwas, das in Apps nicht vermittelt werden kann.
Da jede Stunde individuell aufgebaut wird, eignet sich italki sowohl für Anfänger als auch für sehr Fortgeschrittene.

Memrise – KI-gestütztes Lernen mit authentischen Videos
Memrise nutzt Videos von echten arabischen Muttersprachlern, die alltägliche Sätze in realen Umgebungen sprechen. Dadurch lernen Nutzer authentische Sprache statt künstlicher Beispielssätze. Die App verwendet zudem KI, um das Lernen zu personalisieren und Wiederholungen optimal zu timen.
Besonders nützlich ist die Vielzahl an kurzen, natürlichen Phrasen, die direkt im Alltag angewendet werden können. Die Lernoberfläche ist modern, farbenfroh und motivierend.
Nachteile:
- Wenig Struktur für Grammatik.
- Nicht optimal für tiefgehendes Lernen.
Memrise ist ideal, um modernen Wortschatz und „echte Sprache“ zu hören und nachzusprechen.

Drops – visuelles Vokabellernen für schnelle Fortschritte
Drops konzentriert sich vollständig auf das visuelle Einprägen von Vokabeln. Jede Karte zeigt ein einfaches Symbol oder Bild, das ein arabisches Wort repräsentiert. Dank der kurzen Fünf-Minuten-Sessions ist Drops ideal für Menschen, die täglich wenig Zeit haben.
Die App bietet Tausende Wörter aus verschiedensten Themenbereichen wie Natur, Shopping, Essen, Hobbys und Beruf. Die Gestaltung ist minimalistisch, klar und sehr ästhetisch.
Allerdings fehlen:
- Grammatik
- Satzstrukturen
- Praktische Dialoge
Drops ist perfekt, um Wortschatz aufzubauen, aber es ersetzt keine vollständige Lernlösung.

Fazit
Es gibt keine einzige App, die alle Aspekte der arabischen Sprache vollständig vermittelt. Arabisch ist komplex und vielfältig, und jede App deckt nur einen Teilbereich ab.
Doch wer eine strukturierte Kombination wählt, kann auch ohne klassische Sprachschule große Fortschritte erzielen.
Die beste Gesamt-App für Einsteiger: Mondly
Die beste App für aktives Sprechen: Preply oder italki
Die beste App für Satzgefühl und Hörtraining: Glossika
Die beste App für spielerisches Lernen: Duolingo
Die beste App für authentische Videos: Memrise
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